„Wir brauchen artenreiche und klimastabile Wälder“

GRÜNE sehen Waldzustandsbericht als deutliches Alarmsignal und fordern radikales Umsteuern in der Forstwirtschaft

Zu den Ergebnissen des heute vorgestellten Waldzustandsberichts erklärt Hanso Janßen, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Niederschsen:

„Die Klimakrise trifft als erstes den Wald – auch in Niedersachsen. Extremwetterereignisse wie Trockenheit, Hitze und Sturm sowie in der Folge der starke Borkenkäferbefall machen dem Wald zu schaffen. Niedersachsens Wälder müssen stabiler gegen Extremwetterereignisse werden – das gelingt vor allem mit naturnahen arten- und strukturreichen Laubmischwäldern, die Klimaveränderungen besser standhalten können. Die Nadelholzwirtschaft der Vergangenheit erweist sich heute als Fehler. Hier muss die Landesregierung radikal umsteuern – weg von den vielen naturfernen Fichten- und Kiefernforsten und hin zu naturnahen Laubmischwäldern mit in Europa heimischen Baumarten. Dafür muss die Forstförderung des Landes konsequent auf Laubmischwälder ausgerichtet werden. Es ist falsch, dass das Land Erstaufforstungen von Privatwäldern zu 80 Prozent fördert, wenn der Anteil an Laubbäumen nur 30 Prozent beträgt. Das verfehlt das Ziel klimastabiler Wälder völlig. Die Schutzfunktionen des Waldes etwa für den Klimaschutz, die Grundwasserbildung oder die Artenvielfalt müssen zumindest im Landeswald Vorrang vor der Nutzfunktion haben.“

„Wälder ohne wirtschaftliche Nutzung wie der Nationalpark Harz sind von besonderer Bedeutung: Hier kann sich Wald unter geänderten klimatischen Bedingungen natürlich weiterentwickeln und liefert damit wichtige Erkenntnisse dafür, wie wirtschaftlich genutzte Wälder stabiler aufgebaut sein können.“

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