Grüne fordern Strategie gegen Plastikmüll – Verlinden: Plastikflut stoppen!

Der Bundestag hat heute zwei Anträge der grünen Bundestagsfraktion debattiert. Darin fordern die Grünen die Bundesregierung auf, die Strategie gegen Plastikmüll umzusetzen. Außerdem soll die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll gestoppt werden. Dazu erklärt Julia Verlinden, grüne Bundestagsabgeordnete aus Lüneburg:

Ob beim morgendlichen Duschen als Mikroplastik im Shampoo oder der Coffee-to-go-Becher: Unser Alltag ist von Plastik durchzogen. Das hat gravierende Folgen.  Jährlich landen weltweit mindestens 32 Millionen Tonnen Plastik in der Umwelt und den Meeren. Jeder Deutsche verursacht 37 kg Müll allein aus Plastikverpackungen. Damit sind wir unrühmliche Weltmeister in diesem Bereich. Gerade die Entsorgung des Plastikmülls bereitet große Umweltprobleme. Zuletzt hat die Berichterstattung über riesige Plastikteppiche im Meer dieses ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

Doch die Bundesregierung sieht auf nationaler Ebene keinen Anlass zu handeln und schiebt die Verantwortung auf die EU ab. Gleichzeitig bremst sie Bestrebungen auf europäischer Ebene, sodass viele Plastikprodukte von der aktuellen EU-Richtlinie zur Eindämmung von Plastikmüll gar nicht erfasst sind, beispielsweise der Verbrauch von To-go-Verpackungen.

Mit unserem Antrag setzen wir uns für eine internationale Konvention ein, die den Eintrag von Plastikmüll in die Meere mit klaren Strafmechanismen bei Zuwiderhandlung durch Vertragsstaaten, Industrie und Schifffahrt belegt. Auch soll Plastikmüll mit sofortiger Wirkung nicht mehr in Länder exportiert werden dürfen, die nachweislich schlechtere Müllentsorgungssysteme haben als Deutschland. Auch soll Mikroplastik in allen Kosmetika und Körperpflegeprodukten verboten werden. Im Gegensatz zur Bundesregierung sehen wir einen großen Handlungsbedarf, der deutlich über die Initiative der EU hinausgeht.

Aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher können im Alltag helfen, Plastikmüll zu verringern. Eine sehr wirksame Maßnahme ist z.B., Leitungswasser zu trinken und eigene Mehrwegflaschen zu nutzen. Denn Einwegplastikflaschen machen einen großen Teil des Plastikmülls aus.

Antrag „Strategie gegen Plastikmüll jetzt umsetzen“ http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/061/1906129.pdf

Antrag „Verschmutzung der Meere – Plastikflut unverzüglich stoppen“ http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/052/1905230.pdf

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