Grüne fordern Aufklärung über Umweltgefährdung

Landkreis soll alle Bohrschlammgruben untersuchen

Im Landkreis Lüchow-Dannenberg befinden sich viele alte Bohrschlammgruben der Öl- und Gasindustrie. In ganz Niedersachsen wurden 473 solcher Altlastenverdachtsfälle identifiziert. Das Land stellt für die betroffenen Landkreise einen Fördertopf zur Verfügung, um diese Standorte auf schädliche Umweltauswirkungen zu untersuchen. Doch eine Untersuchung ist in Lüchow-Dannenberg bislang nur für wenige Schlammgruben durchgeführt worden.

Die Grünen kritisieren die Untätigkeit des Kreistages: „Wir fordern, dass jeder einzelne Verdachtsstandort untersucht wird. Hier geht es um die Gesundheit der Anwohnerinnen. Es muss aufgeklärt werden, ob von den Hinterlassenschaften der Öl- und Gasindustrie eine Gefährdung für Wasser und Boden und Gesundheit ausgeht,“ stellt KTA Markus Schöning seitens der Wendlandgrünen fest. Schöning ergänzt: „Das Förderprogramm läuft Ende des Jahres aus. Dann ist das Geld weg. Die Verdachtsstandorte sind eindeutig identifiziert, der Landkreis darf sich vor seiner Verantwortung hier nicht wegducken. Die Augen vor den Gefahren zu verschließen, wäre fahrlässig.“

Bernd Ebeling aus Krummasel, Mitglied der Informationsgruppe Bohrschlammgruben im Altmarkkreis Salzwedel ergänzt: “In den altmärkischen Erdgasförderfeldern sind aufgrund von Belastungen des Grundwassers und Bodens bisher über 230 Standorte mit Bohrschlammgruben ausgekoffert und entsorgt worden. Aktuell werden Untersuchungen für 15 Bohrschlammgruben-Systeme im Altmarkkreis Salzwedel abschließend bearbeitet. Bei 12 Standorten wurden Belastungen im Grundwasser mit Salzen (Chlorid) und/oder Schwermetallen (Arsen, Cadmium, Barium, Blei , Chrom, Nickel) festgestellt. Die Teufe der Erdgasbohrungen im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist vergleichbar mit den Bohrungen im Altmarkkreis Salzwedel. Für die altmärkischen Erdgasbohrungen wurde folgender durchschnittlicher Spülmitteleinsatz ermittelt, hier ein Auszug, in Klammern dahinter Schadstoffe für Grundwasser und Boden:  258 t Baryt (Barium, Sulfat), 145,8 t Steinsalz (Narirum, Chlorid), 14,4 t Schmiermittel/Öl (Kohlenwasserstoffe, BTEX, PAK). Ähnliche schädliche Auswirkungen sind ebenfalls im Landkreis Lüchow-Dannenberg zu erwarten. In die Liste des Landes Niedersachsen sind für unseren Landkreis Lüchow-Dannenberg allerdings erheblich zu wenig Standorte aufgenommen worden. Dort sind nur sechs Standorte gelistet worden. Insgesamt sind im Nibis-Kartenserver des Landes Niedersachsen 45 Standorte für Öl- und Gasbohrungen im Landkreis Lüchow-Dannenberg zu finden. Hier muss nachgebessert werden”.

Viele andere Landkreise haben die Fördermöglichkeiten für Erkundung und Sanierung von Bohrschlammgruben schon genutzt. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg muss diesem Beispiel folgen.

Foto: Eine Sanierung wie in Luckau muss auch für andere Bohrschlammgruben in Lüchow-Dannenberg durchgeführt werden!

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