Nach der Pandemie ist vor der Pandemie

Die derzeitige Bekämpfung der Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus ist in seiner Dringlichkeit nicht zu vernachlässigen. Die Begrenzung der Fälle auf das für das Gesundheitssystem leistbare Maß muss gelingen. Die ergriffenen Maßnahmen werden von der Bevölkerung akzeptiert, obschon gerade im Bereich der Freiheits- und Bürger:innenrechte Diskussionen über das Verfahren und die Dauer der Einschränkungen nötig sind.

Nichtsdestotrotz sollte schon in diesem Stadium der Blick auch auf die Ursachen der Entstehung des Virus gelenkt werden. Die Zerstörung der Umwelt durch den Menschen und das Eindringen des Menschen in Lebensräume setzt die Tier- und Pflanzenwelt immer stärker unter Druck. Diese Landschaftsveränderungen führen dazu, dass Tiere ihren natürlichen Lebensraum verlieren. Dies bedeutet einerseits, dass Arten zusammengedrängt werden und sich mischen und andererseits auch mehr Kontakt mit Menschen haben. Das Ergebnis ist das Überspringen von Krankheitserregern von Tier auf den Menschen. Dadurch sind schon Krankheiten wie Ebola, das Lassa-Fieber, SARS, die Vogelgrippe (u.a.) und nun eben COVID 19 entstanden. Das ist insoweit wissenschaftliche erwiesen.

Der Blick muss folgerichtig auf verstärkte Bemühungen um Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutz gelegt werden und muss auf allen Ebenen ansetzen. „Wer immer noch glaubt, dass industrielle Anlagen mit 500.000 Hähnchen-Mastplätzen, wie sie derzeit im Raum Wittingen geplant sind, nachhaltig und der derzeitigen Situation angemessen sind, der befindet sich in einem irrigen Zustand“, sagt der Sprecher der Wendlandgrünen Michael Schemionek.

Wir müssen weg von umweltzerstörenden Aktivitäten. Das Ziel muss eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung sein, wie sie der Umweltrat der Bundesregierung bereits in seinem Jahresgutachten von 1994 (!) gefordert hat. Alles andere wird uns in eine Spirale führen. 

Brian Bird, Virologe an der Veterinärmedizinischen Schule der Universität von Kalifornien, bringt es auf den Punkt: „Wir können nicht vorhersagen, woher die nächste Pandemie kommen wird, deshalb brauchen wir Pläne, die die schlimmstmöglichen Szenarien berücksichtigen“, sagt er. „Denn sicher ist nur, dass die nächste Pandemie kommen wird.“

Eine weitere Pandemie wird weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich mit diesen Einschränkungen in Deutschland verkraftbar sein. Die wirtschaftlichen Auswirkungen derzeit sind ja schon unüberschaubar.

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