Zur Radbilanz 2018: Mehr Fahrräder brauchen mehr Platz

Zu den aktuellen Zahlen der Fahrradindustrie erklärt Julia Verlinden, niedersächsische Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen: 

„Im letzten Jahr wurden in Deutschland über vier Millionen Fahrräder verkauft und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Die aktuellen Zahlen der Fahrradindustrie zeigen: Die Beliebtheit des Fahrrads ist ungebrochen. Als energiesparendes und flexibles Verkehrsmittel ist es insbesondere für kurze Strecken und in Städten unschlagbar. Das sieht man auch in vielen niedersächsischen Orten, wo der Fahrradverkehr weiter wächst – beispielsweise in Lüneburg. Da hier die Entfernung von den verschiedenen Wohnquartieren in die Innenstadt maximal fünf Kilometer beträgt, eignet sich das Fahrrad ideal für alle Alltagswege.

Doch mehr Fahrräder brauchen auch mehr Platz, damit Radfahrerinnen und Radfahrer schnell und sicher ans Ziel kommen. Das gilt für Straßen, Radwege und sichere Abstellplätze gleichermaßen. Manche Kommunen tun sich weiterhin schwer damit, sich von der Auto-fixierten Stadtplanung zu lösen und endlich verstärkt den Bedürfnissen von Radfahrer*innen gerecht zu werden. Andere Kommunen und Gemeinden sind hingegen bereit, die Infrastruktur für den Fahrradverkehr auszubauen und so mehr Platz zu schaffen. Doch sie werden durch autoorientierte Regelungen auf Bundesebene ausgebremst. Wir Grüne im Bundestag fordern die Bundesregierung auf, bestehende Hindernisse in der Straßenverkehrsordnung zu beseitigen und den Fahrradverkehr stärker zu fördern. Beispielsweise muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass Fahrradstraßen und Fahrradzonen leichter ausgewiesen werden können. Dazu haben wir Grüne kürzlich einen Antrag in den Bundestag eingebracht. Außerdem fordern wir vom Bund mehr Geld für den Radwegebau.“ 

Antrag Bündnis 90/Die Grünen „Verkehrswende in Städten, mehr Raum für das Rad – Einführung von Fahrradstraßen erleichtern und Fahrradzonen etablieren“:http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/058/1905893.pdf

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