Artenrückgang in der Agrarlandschaft dramatisch

Grüne fordern radikale Reform der Förderpolitik

Anlässlich des Tages der Artenvielfalt weisen die niedersächsischen Grünen auf einen dramatischen Rückgang insbesondere bei den Arten der offenen Agrarlandschaft hin. „Die Bestände der für Niedersachsen typischen Wiesenvögel wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Brachvogel sind schon vor mehr als 20 Jahren eingebrochen und auch aktuell gehen die Bestände weiter zurück. Inzwischen betrifft der massive Rückgang aber auch Arten wie den Vogel des Jahres, die Feldlerche, die noch vor einigen Jahren fast überall häufig waren. Und das bedeutet, dass wir mit speziellen Förderprogrammen für einzelne Arten nicht mehr weiter kommen, sondern insgesamt umsteuern müssen“, sagte Niedersachsens Grünen-Landesvorsitzender Hans-Joachim Janßen.

Aktuelle Schätzungen des Feldlerchenbestandes in Niedersachsen gingen von 150.000 bis 180.000 Brutpaaren aus. Landesweit ist der Bestand um 50 bis 90% zurückgegangen, in manchen Regionen ist der kleine Frühlingsboote inzwischen sogar fast ganz verschwunden. „Wesentliche Ursache des Bestandsrückgangs der Feldlerche ist die heute viel dichtere Vegetation auf den Getreidefeldern, wo die Feldlerche meistens brütet und der zunehmende Maisanbau. Auch bei anderen Arten der Agrarlandschaft lassen sich die Bestandsrückgänge regelmäßig auf eine intensivere Landwirtschaft zurückführen“, so Janßen.

Die Grünen fordern daher ein radikales Umsteuern in der Agrarförderung. „Wir wollen, dass Landwirte gezielt dafür honoriert werden, wenn sie den Lebensraum für Feldlerchen, Hasen, Wiesenvögel oder Bienen deutlich verbessern. Eine pauschale Subventionierung der Nutzfläche, die bisher rund 2/3 der Agrarförderung ausmacht, brauchen wir nicht mehr. Diese Mittel müssen komplett Landwirten zugute kommen, die Umweltbelange wie den Artenschutz oder den Tierschutz unterstützen“, fordert der Grünen-Landesvorsitzende.

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