Weidetierprämie: Grüne kritisieren Verzicht

Grünlandregionen werden benachteiligt

Lange hatten sie gehofft: Gerade Schäferinnen und Schäfer hatten in Anbetracht der steigenden Arbeitsbelastungen auf die Einführung einer Weidetierprämie in Niedersachsen gehofft. Auch Schäfer Jan Tüllmann aus Pannecke in Lüchow-Dannenberg war im Frühsommer mit Kollegen zum Protest vor dem Landtag. Doch nun gehen nicht nur die Schaf- und Ziegenhalter, sondern auch die Halterinnen und Halter von Milchvieh leer aus. „Dass eine Ministerin, die gleichzeitig Milchviehhalterin ist, die Weidetierprämie blockiert, ist einfach nicht zu glauben”, kommentiert die agrarpolitische Sprecherin der Grünen Miriam Staudte die Veröffentlichung der so genannten „politischen Liste“ von SPD und CDU, mit der die Regierungsfraktionen am Dienstag ihre zusätzlichen Finanzbeschlüsse für den Landeshaushalt 2019 bekannt gegeben haben. „Gerade in Lüchow-Dannenberg wäre dies eine wichtige Unterstützung für diejenigen Tierhalter, die ihre Tiere nach draußen bringen, gewesen,“ so Staudte. Doch was sind die Gründe? „Otte-Kinast ist ganz klar eine Verfechterin der ganzjährigen Stallhaltung von Milchvieh. Das ist für sie moderne Landwirtschaft, die arbeitsintensivere Weidehaltung will sie nicht fördern, “ so Staudte. Die Grünen-Politikerin berichtet, dass die SPD der Agrarministerin sogar Fördermittel in Millionenhöhe angeboten hat, doch Otte-Kinast habe dies ausgeschlagen. „Eine Agrarministerin, die Gelder für die Landwirtinnen und Landwirte ausschlägt, das ist ein Stück aus dem Tollhaus. Otte-Kinast, die sich gern als ´eine von uns vom Land` feiern lässt, schadet der Landwirtschaft wissentlich.“ Auch die Umweltverbände, aber auch der Bund der deutschen Milchviehhalter (BdM) hatte  die Weidetierprämie eingefordert, damit auch weiterhin Kühe auf der Weide zu sehen sind und das ökologisch wertvollere Grünland erhalten bleibt. Nach dem Wegfall der Ausgleichszahlungen für Grünland in Millionenhöhe sollte die Weidetierprämie diese Ausfälle kompensieren.

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