Stummer Frühling – Verlust von Vogelarten

Anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion zum Verlust von Vogelarten erklärt Julia Verlinden, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkries Lüneburg Lüchow-Dannenberg:

Die Situation der Vögel ist dramatisch. Seit 1980 haben wir mindestens 300 Millionen Brutpaare in der EU verloren. Am stärksten sind die Arten der Agrarlandschaft betroffen: Feldlerche, Kiebitz, Braunkehlchen, Uferschnepfe und Rebhuhn können wir kaum noch beobachten und ihren Gesang hören. Ihre Bestände sind um bis 80% seit 1990 zurückgegangen. Es droht ein stummer Frühling.

Obwohl es bei etlichen Vogelarten wie Seeadler, Fischadler, Schwarz- und Weißstorch deutlich positive Entwicklungen bei den Brutpaaren gibt, spitzt sich auch in Niedersachsen die Situation zu. Mehr als die Hälfte der 43 Vogelarten, die überwiegend in landwirtschaftlich genutzten, halboffenen und offenen Landschaften siedeln, steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Doch die Bundesregierung bleibt trotz des voranschreitenden Arten- und Vogelsterbens tatenlos. Wir brauchen eine Agrarwende, die es ernst meint mit einer Landwirtschaft im Einklang mit der Natur, die Schluss macht mit dem massiven Gifteinsatz auf den Feldern und die Vielfalt auch in der Agrarlandschaft wieder unterstützt. Pestizide müssen verstärkt auf ihre insektizide Wirkung untersucht und ggf. verboten werden, Blühstreifen an Wegen und Gewässern sowie krautreiche Wirtschaftsflächen müssen ausgedehnt werden. Denn Insektenschutz ist Vogelschutz. Aber auch ganz praktische Hilfe, wie der Einsatz von Freiwilligen in Lüchow-Dannenberg zum Schutz des Kiebitzes ist ein kleiner, aber sehr wichtiger Beitrag zum Artenschutz.

Als Grüne Bundestagsfraktion fordern wir die Bundesregierung auf, Gelder zu Gunsten des Naturschutzes umzuschichten. Zum Beispiel indem zur Finanzierung ein höherer Anteil der Agrarförderung von der flächenbezogenen Direktförderung in Agrarumweltmaßnahmen fließt. Das wäre bereits jetzt schon möglich. In der nächsten Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2020 soll es nur noch öffentliches Geld für öffentliche Leistungen geben. Um den Artenschutz zu stärken, ist dann auch ein eigener Fonds für Naturschutz notwendig.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

*

Verwandte Artikel